Hauptuntersuchung ohne Zulassung

Grundsätzlich gilt, wer mit einem Auto unterwegs ist, dessen Kennzeichen keinen Zulassungsstempel trägt, fährt verbotenerweise. Doch in einigen Fällen ist das Fahren ohne Zulassung sogar erlaubt. „Für die Fahrt zur Zulassungsstelle, um das Auto an- oder abzumelden, braucht das Auto keine Zulassung“, erläutert Philip Puls von TÜV SÜD in München. Außerdem sind alle anderen Fahrten, die in Zusammenhang mit der An- oder Abmeldung stehen, gesetzlich gestattet (Paragraf 10 Abs. 4 Fahrzeug-Zulassungsverordnung). Dazu zählt zum Beispiel der Weg zur Hauptuntersuchung (HU) oder zur Sicherheitsüberprüfung. Allerdings: „Zulässig sind nur Fahrten mit einem montierten Kennzeichen und mit bestehendem Versicherungsschutz“, präzisiert der TÜV SÜD-Fachmann.

 

Deshalb empfiehlt Puls, vor dem Fahren ohne Zulassung mit der Versicherung abzuklären, ob das Fahrzeug für die Fahrt mit ungestempeltem Kennzeichen versichert ist. Ist kein Versicherungsschutz gewährleistet, verstößt der Autofahrer gegen das Gesetz und begeht sogar eine Straftat. Zweckmäßigerweise sollte man sich das Okay der Versicherung schriftlich geben lassen.

 

Ebenfalls wichtig: War das Fahrzeug über einen längeren Zeitraum abgemeldet, ist es möglich, dass das Kennzeichen in der Zwischenzeit einem anderen Fahrzeug zugeteilt worden ist, wenn es nicht reserviert wurde. Wer dann mit den alten Kennzeichen fährt, macht sich strafbar. Deshalb ist es ratsam, bei geplanter Wiederzulassung das Kennzeichen zu reservieren. Klarheit verschafft nur ein Gang zur Zulassungsstelle, die gegebenenfalls eine neue Nummernkombination vergibt.

 

Auch Rückfahrten von der KFZ-Zulassungsstelle, etwa nach der Außerbetriebsetzung eines Fahrzeugs, sind zulässig, solange es zu diesem Zeitpunkt noch versichert ist oder das Kennzeichen nicht schon einem anderen Fahrzeug zugeteilt wurde. „Wichtig ist, dass Autofahrer, die mit ungestempelten Kennzeichen fahren, den kürzesten und den direkten Weg für die jeweilige Strecke zur Behörde oder Werkstatt nehmen“, erinnert der TÜV SÜD-Fachmann. Alle Fahrten, die nicht der Zulassung des Fahrzeugs dienen, sind verboten. Was ‚direkt‘ in diesem Zusammenhang bedeutet, hat der Gesetzgeber präzise definiert: Die Fahrten dürfen nur durch den Bezirk der Zulassung und maximal einen anderen, angrenzenden Bezirk führen.

 

Puls macht noch auf eine weitere Lösung aufmerksam: ein Kurzzeitkennzeichen. Dafür ist die örtliche Zulassungsbehörde zuständig (Wohnsitz des Antragstellers) oder die Zulassungsbehörde, in deren Bezirk sich das Fahrzeug tatsächlich befindet (Fahrzeugstandort). Das Fahrzeug muss einem genehmigten Typ entsprechen oder eine Einzelbetriebserlaubnis besitzen. Darüber hinaus muss das Fahrzeug eine gültige Hauptuntersuchung (HU) besitzen. Liegt der Termin zur Durchführung der nächsten Hauptuntersuchung vor dem Ablauf der Gültigkeit des Kurzzeitkennzeichens, dürfen Fahrten nur zur nächstgelegenen Untersuchungsstelle im Zulassungsbezirk und zurück durchgeführt werden. Etwaige Nutzungsbeschränkungen werden im Fahrzeugschein vermerkt und „es ist eine Haftpflichtversicherung nachzuweisen“, so der TÜV SÜD-Fachmann